Das TRIO


 
Was soll man nur über diese vier (!) älteren Herren in spackigen Anzügen schreiben? Vollkommen entfesselte Vollblutmusiker? Wortakrobaten? Wahnsinnige? Vermutlich wird man so, wenn man jahrelang durch das Leben träumt und gleichzeitig ein hohes Maß am Sinn für das Absurde mit sich rumträgt. Entweder man landet im Sanatorium oder geht auf die Bühne.
 
Gefährlich kann so etwas natürlich werden für den Besucher: Zwerchfellriss mit eingelegter Zwangsdepression, damit ist nicht zu spaßen. Aber das tun sie. Sie unterhalten uns. Und wie! Der geneigte Leser bemerkt: Dem Schreiber fällt die Beschreibung schwer, aber wenn es eben schwer ist zu beschreiben, dann muss man hingehen und es sich anschauen. Und dabei auf alles gefasst sein: Akrobatik, grotesken Tanz, hochvirtuose Musikdarbietung, Sinnfreiheit mit Präzision, Tiefgang und bodenloses Niveau! Sicher ist immer: Das macht ungeheuren Spaß. Hier erlebt man die Meister des absoluten Nichts und der völligen Entkernung vermeintlicher Sinnhaftigkeit.
 
Mit Orgeln jener Art, die vor vierzig Jahren modern waren, mit Posaunen, Kinderklavieren, Gitarren und einer skurrilen Schrottsammlung, die an einen Uralt-Kleiderständer gehängt jedes herkömmliche Schlagwerk sehr weit in den Schatten stellt. Es ist egal, was sie mit diesen und anderen Dingen anstellen, es kommt immer Musik dabei heraus, manchmal hymnisch, manchmal herzergreifend schön, manchmal bizarr. Sie lautmalen sich durch ihr Repertoire aus gesungenen Texten und gesprochenen Liedern. Kurz gesagt, sie schrecken vor keiner musikalischen oder literarischen Schandtat zurück, weswegen es auch schwer ist, eine Kategorie zu finden, die beschreibt, was man da erleben kann. Theater? Musik? Kabarett? Von allem das Beste, sagen sie selber
 
Mit Udo Herbst / Saiteninstrumente • Johannes Dolezich / Gebläseorgeln • Bernd Kortenkamp / Schlagwerk • Helmut Buntjer / Blechblasinstrumente • Alle / Gesang, Tanz, Körper.
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